Die Augen – Schlupflider, Oberlidstraffung und Unterspritzung

Die Augen werden auch als Spiegel der Seele bezeichnet. Ein wacher und aufmerksamer Blick wirkt jung. Leider sind viele von uns nicht mit den perfekten Augen gesegnet – sei der Grund dafür eine genetische Veranlagung oder sichtbare Zeichen des Alterungsprozesses. Doch zum Glück müssen wir uns damit nicht abfinden. Eine Oberlidstraffung kann in einigen Fällen Abhilfe schaffen. Für wen sich ein solcher Eingriff eignet, wie er abläuft und was es zu bedenken gilt, erfährst du jetzt.

Was ist ein Schlupflid?

Frauen mit Schlupflidern haben keine glatten Oberlider, sondern eine ausgeprägte Hautfalte, hinter der ein Teil des Lids verschwindet. Die entsteht durch die Ansammlung von überschüssiger Haut und Fettgewebe.

Schlupflider lassen das Gesicht leicht müde und traurig aussehen.
Schlupflider lassen das Gesicht leicht müde und traurig aussehen.

Manche Frauen werden bereits mit Schlupflidern geboren, bei anderen entstehen sie erst im Rahmen des normalen Hautalterungsprozesses. Viele Asiatinnen haben Schlupflider, aber auch Europäerinnen leiden häufig darunter.

Brauche ich eine Oberlidstraffung?

Ein müder Gesichtsausdruck kann viele Ursachen haben. Neben Schlupflidern können Tränensäcke, dunkle Augenringe und Schwellungen das Gesicht schnell matt, traurig und unausgeschlafen wirken lassen.    

Illustration von Tränensäcken

Tränensäcke enstehen oft durch zu wenig oder gar zu viel Schlaf und durch häufiges Weinen.
Tränensäcke enstehen oft durch zu wenig oder gar zu viel Schlaf und durch häufiges Weinen.

Illustration von Augenringen

Augenringe entstehen meist durch durch überschüssige Haut.
Augenringe entstehen meist durch durch überschüssige Haut.

Illustration von Schatten unter den Augen

Schatten unter den Augen können häufig Veranlagung sein.
Schatten unter den Augen können häufig Veranlagung sein.

In der Anfangszeit kann bei Schlupfliedern Botox und bei Tränensäcken Hyaluronsäure helfen. Ab einer gewissen Menge an überschüssiger Haut ist eine OP grundsätzlich sinnvoller. Eine Oberlidkorrektur lohnt sich jedoch nur in folgenden Fällen:

  • Wenn deine Lidfalte keine schön geschwungene Linie mehr ist oder gänzlich auf dem Wimpernkranz aufliegt.
  • Wenn du durch eine Fettansammlung am Oberlid ein Druckgefühl auf dem Auge hast.
  • Falls dein Gesichtsausdruck traurig wirkt.
  • Wenn du trotz ausreichenden Schlafs und guten Allgemeinbefindens häufig gefragt wirst, ob alles okay ist. Das ist oft ein Zeichen für erschöpft wirkende Augen.
  • Wenn du bezüglich deines Aussehens mal gute, also »wache«, Tage und mal schlechte, also »müde« Tage hast. Mit der Zeit nehmen die schlechten Tage immer mehr zu. Dieser Prozess kann sich über zehn Jahre hinziehen, bis die schlechten Tage überwiegen.
  • Wenn dein Augen-Make-up verschwindet und die Wimperntusche verschmiert, ohne dass du dir tagsüber ans Auge fasst.
  • Wenn bei einer Gesichtsfeldmessung festgestellt wurde, dass dein peripheres Sehen eingeschränkt ist oder eine Einschränkung droht. Das ist aus medizinischer Sicht eine Indikation für eine Oberlidstraffung. Die Kosten werden dann unter bestimmten Bedingungen von der Krankenkasse übernommen. Dazu erfährst du hier mehr.

Lass dich ausführlich beraten und besprich mit deinem Arzt ganz genau, ob sich die OP wirklich lohnt und wie deutlich der Effekt zutage treten wird.

Was ist eine Oberlidstraffung der Augen?

Bei der Oberlidstraffung oder Oberlidkorrektur entfernt dein Arzt neben der überschüssigen Haut idealerweise auch das Fettgewebe. Dadurch wirkt dein Gesichtsausdruck insgesamt aufgeweckter und du kannst dich einfacher schminken. Auch ein Druckgefühl auf dem Auge durch schwere Lider verschwindet durch einen solchen Eingriff.

Bei einer medizinischen Motivation für die Oberlidstraffung ist das Ziel, die Einschränkung des Gesichtsfelds aufzuheben.

Zahlt die Krankenkasse eine Oberlidstraffung?

Dein erster Weg vor der OP führt zum Augenarzt. Er untersucht mit einem Gerät, ob dein Gesichtsfeld durch deine Schlupflider eingeschränkt ist und eine Oberlidstraffung somit medizinisch notwendig ist. (Diagramm)

Ist das der Fall, kannst du den Eingriff beim Augenarzt durchführen lassen. Dann übernehmen sowohl die gesetzliche Krankenkasse als auch die Privatversicherung die Kosten.

Entscheidest du dich bei einer medizinischen Indikation für einen ästhetischen Chirurgen, zahlt das nur die private Krankenversicherung. Einen Eingriff beim ästhetischen Chirurgen musst du als gesetzlich Versicherte auch dann selbst zahlen, wenn dein Gesichtsfeld eingeschränkt ist.

Wird der Eingriff aus rein ästhetischen Gründen durchgeführt, kommt weder die gesetzliche noch die private Versicherung für die Kosten auf.

Wie bereite ich mich auf eine Oberlidstraffung vor?

Das wichtigste Teil der OP-Vorbereitung ist die Wahl des richtigen Arzt, zu der ich dir hier mehr verrate.

Besprich im Vorfeld auch mit ihm, welche Medikamente du einnimmst. Blutgerinnungshemmer werden teilweise vor einem operativen Eingriff abgesetzt. Überlass diese Entscheidung aber unbedingt dem Arzt! Nur er kann abwägen, ob das medizinisch vertretbar ist.

Sprich mit ihm zudem ausführlich über die Narkose. Wir raten zu einer Lokalanästhesie, bei der nur der zu behandelnde Bereich betäubt wird und du nicht vollständig narkotisiert wirst. Das ist die Methode der ersten Wahl. Aus unserer Sicht reicht sie für eine Oberlidkorrektur vollkommen. Das verringert die Gefahr von Komplikationen.

Was sollte ich nach der Oberlidstraffung beachten?

Bitte beachte die folgenden Tipps am Tag der Operation sowie am ersten Tag danach konsequent. In den drei Tagen darauf kannst du es schon etwas lockerer nehmen, solltest sie jedoch immer noch im Hinterkopf behalten.

  • Kühle deine Augen konsequent. Wir empfehlen Kompressen mit kaltem schwarzem Tee.
  • Bleib liegen! Steh nur auf, wenn es nicht anders geht, etwa zum Essen oder um auf die Toilette zu gehen.
  • Schone deine Augen und deinen Körper. Fernsehen, lesen, herumlaufen, schwer heben, bücken und so weiter sind in den ersten Tagen nach dem Eingriff nicht gut für dich. Verhalte dich ruhig und streng dich nicht an.
  • Nimm bei Bedarf Schmerzmittel ein, verzichte dabei aber auf Mittel mit Acetylsalicylsäure, weil sie blutverdünnend wirkt.

Welche Komplikationen können bei einer Oberlidstraffung auftreten?

Fast immer bilden sich nach einer Oberlidstraffung Schwellungen und Blutergüsse, die sogar bis zum Mund hinunterlaufen können. Kleinere Nachblutungen. Letzteres geschieht vor allem durch die Schwerkraft in einer aufrechten Position, deshalb ist Bettruhe nach dem Eingriff so wichtig.

Auch eine länger anhaltende Rötung des beweglichen Lids ist möglich. Sie hält maximal zwei Jahre an und lässt sich gut überschminken.

Wenn du nach der Operation Beschwerden mit der Narbe hast, wende dich noch einmal an deinen Arzt. Wir raten jedoch dazu, erst einmal abzuwarten und tatsächlich gar nichts zu tun. Nur wenn dein Arzt dazu rät, kannst du in den Heilungsprozess eingreifen, indem du bestimmte Produkte verwendest, die betroffenen Stellen massierst oder ähnliches.

Knubbel nach Oberlidstraffung

Bei „Knubbeln“ nach Lid-Operation solltest Du zwischen kleinen weißen Pickeln, Verdickungen des Narbengewebes und Fremdkörper Einschlüssen unterscheiden .

Weiße kleine Pickel entlang der Narbe sind kleine Fetteinschlüsse (Talgdrüsen) ähnlich einem Grieskorn. Diese treten häufig in den ersten drei Monaten nach dem Eingriff auf. Sie verschwinden meist von selbst innerhalb von ein bis drei Wochen. Wenn du mutig bist, kannst Du diese auch mit einer Nadel aufpieksen und das Fetttröpfchen ausdrücken. Wer unsicher ist, sollte sich bei seinem Arzt melden. Generell ist so ein „Pickel“ kein Grund zur Sorge.

Verdickungen der Narbe, können ganz normal sein. Sie sind Teil des Heilungsprozesses und können bis zu einem Jahr bestehen bleiben. Meist verschwinden sie von alleine.

Gegen kleine Knubbel am äußeren Rand der Narbe helfen – in Absprache mit deinem Arzt – sanfte Massagen. Sie machen das Gewebe weicher und regen die Heilung an. Aber warte damit mindestens bis sechs Wochen nach Operation. Wenn die äußere Naht mit selbstauflösenden Fäden genäht wurde, kann ein Knubbel an der Stelle entstehen, an der, der Faden nicht ganz unter der Haut genäht wurde. Dieser sollte dann entfernt werden, wenn er sich nach 6-8 Wochen noch nicht von selbst aufgelöst hat. Wenn du die Vermutung hast, dass der Knubbel deshalb entstanden ist, melde dich bei deinem Arzt.

Was kann ich gegen Narben nach einer Oberlidstraffung tun?

In manchen Fällen dauert es einige Zeit, bis die Narben verheilt sind. Dieser Prozess kann sich ein Jahr hinziehen. Lass dich davon nicht verunsichern. In der Regel werden die Narben von allein kleiner. Zudem lassen sie sich gut überschminken.

Aus meiner beruflichen Erfahrung kenne ich viele Frauen, deren Lider nach einem solchen Eingriff ein halbes Jahr lang gerötete Narben hatten, die sich erst nach einem Jahr zu einer dünnen weißen Linie zurückgebildet haben.

Drei bis zehn Tage nach dem Eingriff werden die Fäden gezogen, wenn der Arzt keine selbstauflösenden Fäden verwendet hat. Frühestens zwei Wochen nach dem Fädenziehen kannst du spezielle Narbenpflege verwenden. Meistens verschwinden die Narben aber von selbst.

Eine weitere Operation kann frühestens ein Jahr nach dem letzten Eingriff erfolgen. Kein seriöser Arzt operiert dich früher. Das liegt daran, dass Narben oft einfach ihre Zeit brauchen und sich das Problem meist von selbst wieder erledigt. Daher gilt: Ruhe bewahren und einen guten Concealer verwenden!

Wie lange hält eine Oberlidstraffung der Augen?

Nach der Operation altert deine Haut ganz normal weiter. Deshalb hält das Ergebnis nicht ewig. Allerdings wird das Problem nie mehr so schlimm wie vor dem Eingriff.

Wie lange das Ergebnis anhält, ist eine Frage der Gene, des Lebensstils und der Fähigkeit des Operateurs.

Wenn du von Natur aus ein stark hängendes Oberlid hast, wirst du zehn bis fünfzehn Jahre nach der OP vermutlich den nächsten Eingriff vornehmen lassen.

Auch psychischer Stress kann dafür sorgen, dass du etwa zehn Jahre später noch einmal eine Oberlidstraffung durchführen lässt, etwa wenn du viel weinst und unregelmäßig schläfst.

Eine zweite OP ist nach Ablauf der Jahresfrist jederzeit möglich. Es gilt dabei jedoch zu bedenken, dass nie so viel Haut entfernt werden darf, dass du das Auge nicht mehr ganz schließen kannst.

Was kostet eine Oberlidstraffung?

Eine Oberlidstraffung kostet zwischen 700 € und 5000 €.

Der Grund für die OP beeinflusst den Preis: Geht es nur um einen ästhetischen Effekt oder soll dein Gesichtsfeld verbessert werden?

Wie weiter oben schon dargelegt, erstattet die Krankenversicherung unter bestimmten Umständen die Kosten des Eingriffs, nämlich wenn es einen objektiven Nachweis dafür gibt, dass dein Schlupflid dein peripheres Sehen beeinträchtigt.

Die gesetzlichen Kassen tun das aber nur, wenn du die OP nicht bei einem ästhetischen Chirurgen durchführen lässt, sondern bei einem Augenarzt. Dann steht aber eventuell ein Krankenhausaufenthalt für dich an.

Private Versicherungen erstatten auch bei ästhetischen Chirurgen einen Teil der Kosten, wenn die Gesichtsfeldeinschränkung mit einer Messung nachgewiesen wurde und du vorab einen Antrag mit Kostenvoranschlag einreichst.

Welche Alternativen zur Oberlidstraffung gibt es?

Wird Botox richtig gespritzt, kann es die Augenbrauen und so auch das Lid anheben.

Seit 2017 erfreut sich der Plasma Pen großer Beliebtheit. Eine echte Alternative zur OP ist er aus unserer Sicht jedoch nicht. Er hebt das Lid nur wenig an und eignet sich daher lediglich, um den Zeitpunkt eines Eingriffs etwas nach hinten zu verschieben. Zudem kann er Schwellungen und die Entstehung zeitweise sichtbarer weißer Flecken verursachen.

Kostengünstige Alternativen zur Oberlidstraffung sind spezielle Pflaster für die Augen, die aber auf Dauer stören und Juckreiz verursachen. Es gibt auch Cremes mit relativ kurzer Wirkdauer, die gut helfen und daher zur Überbrückung geeignet sind.

Eine Wimpernverlängerung oder -verdichtung ändert zwar nicht direkt etwas am Schlupflid, lässt deinen Blick aber wacher wirken.