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Botox – Wirkung, Anwendungsgebiete, Nebenwirkungen

So ziemlich jeder hat schon einmal von Botox gehört. Wie es wirkt und welche Prozesse es im Körper auslöst – darüber werden viele Halb- und Unwahrheiten verbreitet. Deshalb gebe ich dir einen umfassenden Überblick: Was genau ist es eigentlich und wie kannst du dir seine Wirkung für deine Schönheit zunutze machen?

Was ist Botox?

Botox ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Botulinumtoxin A. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Muskelgift. Das bedeutet: Botox lähmt die Muskulatur.

In der Schulmedizin wird Botox schon seit fünfzig Jahren gegen Muskelspastiken, Migräne und Zähneknirschen eingesetzt. In der kosmetischen Medizin findet es seit etwa fünfzehn Jahren Verwendung.

Wie wirkt Botox?

Weil Botox die Muskulatur lähmt, schränkt es die Muskelbewegung im behandelten Areal ein oder unterbindet sie komplett. So lindert es Mimikfalten.

Die Intensität des Effekts ist abhängig von der Dosis. Je mehr Einheiten in einen Bereich injiziert werden, desto stärker ist die Muskellähmung.

Für ein natürliches Aussehen empfiehlt sich eine Dosis, die die Mimik nur einschränkt und nicht komplett »lahmlegt«. Dann sind aktive, also gesteuerte, Bewegungen nach wie vor möglich. Unwillkürliche Bewegungen werden unterbunden.

Vier Tage nach der Injektion setzt die Wirkung ein. Das Wirkmaximum ist etwa nach zwei Wochen erreicht.

Wo wird Botox angewendet?

Besonders sinnvoll ist eine Botoxinjektion in den folgend illustrierten Anwendungsarealen

Illustration von Stirnfalten

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Stirnfalten lassen sich mit Botox gut behandeln. Je nach Tiefe der Falten empfiehlt sich ggf. eine Kombination der Behandlung mit Hyaluronsäure.

Illustration von Zornesfalten

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Zornesfalten sind ebenfalls sehr gut mit Botox behandelbar.

Illustration von Krähenfüßen

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Krähenfüße werden auch Lachfältchen genannt und befinden sich an den äußeren Augenwinkeln. Sie sind ebenfalls überlicherweise gut mit Botox auch in Kombination mit Hyluronsäure behandelbar.

Illustration des „Pflastersteinkinn“

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Botox kann auch zur Behandlung des sogennaten Pflastersteinkinn eingesetzt werden.

Eine Injektion in die folgenden Areale ist zwar möglich, jedoch nicht empfehlenswert:

  • Regionen, die die Bewegungen des Mundes beeinflussen
  • Fußballen

Im Grenzebereich von Medizin und Kosmetik liegt der Einsatz von Botox bei Hyperhidrosis, also starkem Schwitzen, unter den Achseln.

Wie lange hält die Wirkung an?

In der Regel hält die stärkste Lähmung etwa sechs Wochen an. Insgesamt vier Monate lang wird die aktive Bewegung eingeschränkt. Drei bis sechs Monate nach der Injektion werden passive, unwillkürliche Bewegungen vollständig unterdrückt. Nach Ablauf eines halben Jahres ist die Bewegungsfähigkeit wieder vollständig da.

Hier handelt es sich jedoch nur um Richtwerte. Die individuelle Wirkdauer kann variieren. Nach Abklingen des Botoxeffekts kommt deine Mimik in der Regel etwa gleich stark zurück wie zuvor.

Um die Bewegungsfähigkeit völlig stillzulegen, sind Behandlungsintervalle von sechs bis acht Wochen notwendig. Das ist jedoch nicht empfehlenswert! Ich rate dir zu Abständen von vier bis sechs Monaten. So wird deine Mimik zwar reduziert, wirkt aber immer noch natürlich.

Nur in Ausnahmefällen zeigt eine Botoxbehandlung gar keinen Effekt. Selten kommt es vor, dass das Botox im Körper ungewöhnlich rasch abgebaut wird. Das kommt vor, wenn du eine »Fast Metaboliser« bist, also jemand, deren Stoffwechsel besonders schnell arbeitet.

Was kann ich tun, um die Wirkung zu verlängern?

Hast du eine sehr stark ausgeprägte Mimik, benötigst du mehr Botox-Einheiten für jedes behandelte Areal, um maximal von der Wirkung profitieren zu können.

Wenn dein Stoffwechsel beschleunigt ist, etwa weil du Leistungssport betreibst, oder du stark schwitzt, kann das die Wirkdauer reduzieren.

Um die Wirkung zu verlängern, beachte bitte unsere Tipps im Abschnitt Nachpflege. Spezielle Pflegeprodukte für unterspritzte Haut findest du auch auf dieser Seite.

Welche Nebenwirkungen hat Botox? Was kann ich tun, wenn sie auftreten?

Gelegentlich tritt nach einer Injektion in die Stirn eine zu starke Lähmung auf. Geh in einem solchen Fall in die Sauna und massiere deine Stirn. Auf diese Weise regst du die Durchblutung an und das Botox wird schneller abgebaut.

Bei verschieden hohen Augenbrauen schafft eine weitere Injektion Abhilfe, mit der der Arzt die höhere Augenbraue weiter nach unten holt.

Ein »schiefes« Lachen ist meist die Folge einer Injektion gegen Krähenfüße, bei der auf einer Seite eine höhere Dosis verwendet wurde. Eine weitere Injektion auf Höhe des Jochbeinbogens kann ausgleichend wirken. Wir raten dir jedoch eher zu Massagen auf der zu tiefen Seite. Sie regen den Abbau vom Wirkstoff an.

Sind deine Krähenfüße nach der Behandlung auf einer Seite stärker ausgeprägt als auf der anderen, bittest du deinen Arzt um eine weitere Injektion, die das Ergebnis auf beiden Seiten optisch angleicht.

Gegen Schwellungen und Schmerzen hilft Kühlen. Eventuell nutzt du Spezialpflege, die das behandelte Areal beruhigt. Gegebenenfalls kannst du für einen begrenzten Zeitraum Schmerzmittel einnehmen. Kläre das aber bitte mit deinem Arzt ab.

Blauen Flecken beugst du vor, indem du die behandelten Areale direkt nach der Injektion kühlst. Falls es nach der Injektion blutet, übst du am besten Druck auf diese Stelle aus.

Eine allergische Reaktion auf Botox ist zwar möglich, kommt aber nur extrem selten vor.

Lass dir während der Schwangerschaft und der Stillzeit sowie bei Fieber bitte kein Botox spritzen.

Was kostet eine Unterspritzung mit Botox?

Der Preis für eine Botoxbehandlung hängt sehr vom Arzt ab. Er liegt in der Regel zwischen 150 und 800 Euro. Sicher wunderst du dich über die große Spanne. Dafür gibt es mehrere Erklärungen.

Bei der Preiskalkulation bezieht der Arzt verschiedene Faktoren mit ein: seine Material- und die Beschaffungskosten, die Miete für seine Arbeitsräume und das Honorar für seine eigentliche Arbeitszeit während der Injektion.

Je häufiger der Arzt Botox spritzt, desto geringere Kosten für die Materialbeschaffung legt er auf die einzelne Behandelte um. Botox wird pro hundert Einheiten abgerechnet. Der Preis für ein solches Paket liegt zwischen 190 und 380 Euro.

Ein Arzt, der selten Botox einsetzt, kauft weniger Material ein und hat pro Einheit einen höheren Einkaufspreis. Achte bei der Wahl deines Arztes (nicht nur deshalb) darauf, dass er regelmäßig Botox in seiner Praxis einsetzt.

Wie bei Immobilien hängt auch bei der Botoxbehandlung der Preis von der Lage ab: Eine Praxis auf der Königsallee oder der Zeil verursacht höhere Kosten als Räumlichkeiten in einer etwas bescheideneren Gegend.

Manche Ärzte rechnen nach Materialverbrauch ab, andere nach der behandelten Region. In der Regel ist es für dich günstiger, wenn der Arzt den Materialverbrauch zugrunde legt.

Wer darf Botox injizieren?

In Deutschland dürfen nur Ärzte Botox verabreichen, die Humanmedizin studiert haben. Heilpraktikern hingegen ist es nicht erlaubt, mit Botox zu arbeiten.

Wie du den richtigen Arzt für dich findest, erfährst du hier.

Was ist eine Botoxparty?

Eine Botoxparty ist ein Treffen von Leuten, die sich in lockerer Atmosphäre Botox spritzen lassen. Meist veranstalten Kosmetikerinnen in Zusammenarbeit mit einem Arzt solche Events.

Botox wird in Pulverform in Fläschchen aufbewahrt. Vor der Injektion muss es aufgelöst werden. Weil bei einer Botoxparty viele Unterspritzungen in kurzer Zeit stattfinden, wird das Material direkt verbraucht. Dadurch ist die einzelne Injektion für dich und deine Freundinnen günstiger.

Botox muss gekühlt gelagert werden. Beachte, dass es erschütterungssensibel ist. Idealerweise wird es innerhalb von 48 Stunden nach dem Auflösen gespritzt. Danach ist es zwar noch verwendbar, die Wirkung hält aber möglicherweise wesentlich kürzer an oder sie ist insgesamt schwächer.